Der lecha patriot. (Allentaun, Pa.) 1848-1859, November 15, 1849, Page 2, Image 2

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    Äecha Patriot.
Alleutaun, Akov. KS,
Die „Daily NewS."
W Dienste Sitzung des 31 sten Congreßes !
saht schnell heran, und solche unserer eng
lisch-lesenden Freunde welche eine getreue
Uebersicht der Verhandlungen diese« Kör
per» zu haben wünschen, raihen wir, ausdie
„Daily NewS," einer in Philadelphia von ,
Hrn. I. P. Sanderson herausgegebenen
täglichen Zeitung zu subscribircn. Die News
ist unstreitig eine der besten englischen täg
lichen Zeitungen im Staat, u. die Einrich
tungen derselben sind auf eine solche Art daß
sie sowohl die spätesten TagcS Neuigkeiten
aIS die Verhandlungen des nächsten Eon
greßes genau und richtig zu geben im Stande
ist. Die Zeitung kostet wöchentlich «Cents.
Ohio Staats,eitung
ist der Titel einer seit einigen Wochen in
Cincinnati täglich mit wohlausnchmendem
Aeußern und entsprechendem Inhalt erschci
- nenden unabhängigen deutschen Zeitung,
welche, wie wir nach den Bedingungen
schließen, für auswärtige Abonnenten ctw/
SÄHaler jährlich kosten soll.
N/Uc Forschungen in Afrika.
Die Franzosen übertreffen alle andern Na
tionen in der Großarligkeik ihrer Forsch
ung» Expeditionen nach allen Theilen der
Welt ES wird jttzl angekündigt, daß die
Akademie der Wissenschaften und die geo
graphische Gesellschaft von Frankreich einen
Plan zu einer Erpedition nach einem groß
artigen Maßstab entworfen haben, welche
durch das Innere von Afrika bis Timbuctoo
vordringen soll. Dieselbe soll von wissen,
schaftlichen Männern geleitet werden und
den doppelten Zweck im Auge unsere
Kenntnisse in Bezug auf jenen Welltheil zu
erweitern und neue Canäle für den franzö
sischen Handel zu öffnen. Es ist eine son.
Derbare Thatsache, daß ohncrachtet der ver>
schiedcnen Versuche durch Mungo Park,
Clapperton, Denham, Oudney, Lander und
Laird, zur Erforschung jenes Theils von Af
rika welcher zwischen dem Golf von Guinea
und dem mittelländischen Meer liegt, keiner
die Stadt Timbuctoo erreicht und wieder
zurückgekehrt ist. Der einzige Reisende, der
diese Jnlandstadt erreichte und wieder zu
rücksam. um einen Bericht davon zu geben,
war Caille. ein Franzose, vor etwa zehn
Jahren. Die jetzt vorgeschlagene Erpedi
tion soll eine Eskorte von 866 bewaffneten
Europäern und 466 Afrikanern haben.
Sklaven in Kalifornien.
Ohnerachtet der praklischen Schwierig?«-
»en welche für die Einführung der Sklave
rei in Californien bestehen sollen, scheint
dieselbe dennoch dort zu eristiren. Eine Zei
vlr
aus jenem Theil der Union dahin gingen
und Neger mitnahmen, gar keine Schwie
rigkeiten haben dieselben zu behalten, indem
sie dort mit größerer Ergebung ihren Mei
stern anhangen, als irgend sonst. Verschie
dene haben zurückgeschrieben und bedauern,
daß sie nicht mehr Hände von ihren Plan
tagen mitgenommen. Ein Herr von Ma
con Caunty, welcher drei Sklaven mitnahm,
schreibt zurück, daß er jeden für 366 Thaler
per Monat auSleihe, ohne die geringsten
' Schwierigkeiten dieselben wieder zu erhal
«en.—Die Zeitung sagt ferner, daß südliche
Emigranten im Vorschlag haben, in Gesell
schaften von 56 bis 166 auszuwandern, um
dann im Stande zu sein, im Nothfall „ihr
Eigenthum" verlhcidigen zu können.
Die HiilfSquellen der Union.
Zufolge den Schätzungen der Commissi»
ner» der Patente,'belies sich di, Quantität
d,S im vtrflvsstNtN Jahr 1848, in d,n V,r
einigten Staaten gebauten Waizens auf
nicht' weniger als 126,666,666 Büschel.—
Die Quantität des erzielten Welschkorn wird
zu etwa 588,666,666 Büschel geschätzt;
Hafer. 185,666 666 Büschel; Grundbeeren,
114.666,666 Büschel; Roggen, 33 666,-
666 Büschel; Buchwaizen. 12,566 666 Bü
schel; Gerste, 6,222 666 Büschel; Heu, 15,
735,666 Tonnen; Hans, 26,336 Tonnen ;
Baumwolle, 1,666,666,666 Pfund; Ta
bak, 219,666,666 Pfund; ReiS. 119 666,-
666 Pfund, und Zucker (in Louisiana) 266,>
066,666 Pfund.
Die Quantität der Produkte deS Jahrs
1848 übertrafen die von 1847 in allen an
' geführten Artikeln, ausgenommen Zucker,
Hanf und Tabak, wo sich eine Abnahme
gegen dem vorigen Jahr kund that.
. Si« „Stiemer" beinahe an den Wolken!
Ein eisernes Dampfschiff wird gegenivär.
tig in Neuyork gebaut, welches bestimmt ist
auf Läk Titicaca zu laufen, welcher auf ei
nem der höchsten Gipfel der Anden in Süd-
nahe der Grenzlinie von Peru
und unter der Jurisdiktion jenes Landes.—
Mit diesem Dämpfer gedenkt man Handel
z« treiben mit den Jägern und Waldmän
nern entlang den Ufern dieses LäkS, der eine
Länge von etwa 156 Meilen hat. Dic
Hauptartikel, mit denen in diesen „ obern
Regionen" Handel getrieben werden soll,
»erden wahrscheinlich Pelze, Wolle und
DZauholz sein, die auf dem Dämpfer vom
obern »ach dem untern Theile des LäkS und
»on da mittelst Maulthieren den Berg hin
«b gebracht werden sollen, um dic Bewoh
»er der „ untern Regionen" zu kleiden und
zu Ȋrmen.
Schlafen in Kalifornien.
Ein neulich nach Californien AuSgewan
d»»t,r schreibt von Sakraments : Ich schla
fe unter rinem Baume oder in den Slras
fen. wi, die Meisten ihun. In den Aussen
»heilen der Siadl haben sich etwa 2666 E
«igranten gelagert. Männer, Weiber und
Kinder, alle schlafen unier dem breiten Him
melsgewölbe und Irinken das Wasser dcs
Sakramente.
Texte über daS Tanzen
„Zeitungen melden, daß nicht weniger
aIS 5 Bischöfe der Bifchöfflichen Methodi
sten Kirche »in Circularschreiben an ihre
Conserenz. die gegenwärtig in Dayton, O
hio, in Sitzung ist, eingesandt hätten, in
welchem alle jetzt in Mode seienden Vergnü
gungen getadelt und aIS sündlich erklärt
würden, und besonders da» T a nz e n, so
gar in Privalhäusern."
Obiges, sowohl al» die Thatsache, daß in
gegenwärtiger Zeit auch in andern Zirkeln
viel von der Rechtmäßigkeit und Unrecht-
Mäßigkeit de» Tanzen» gesprochen
indem ein Theil behauptet da» Tanzen sei
Sünde und der andere nicht—bewog un»
zu glauben, daß folgende Zufammentra
gung von Schriftsteller« in welchen das
Tanzen angeführt ist, für Manche interes
sant sein möchte, obschon es, wie wir glau
ben, keine vollständige Liste allerdaraufße
zug habenden Stellen ist. Diese Texte
scheinen zu zeigen, daß daS Tanzen keine
Sünde an sich selbst ist, wenn dasselbe auf
eine mäßige Art und zu schicklichen Zeiten
und Plätzen geschieht.
Pred. Sal.'g, 4.
2 Mos! IS. A>.
„Da nun Jephthah L.im gen Mizxa zu ftincni Hause,
siehe da gehet seine Tochter herau« ihm entgegen, mit
Pauken undßeige »."—Richter 11, 3-t.
„Wohlan, ich will dich wiederum bauen, daß du sollst
gebauet heißen ; du Jungfrau Israel, du sollst noch fröh
lich pauken und herau« gehen an dcn Tanz." —Jermiia
4. >
„Die Weiber waren aus allen Städten Israel« ge
gangen mit Gesang und Reigen, dem Könige Saul
entgegen, ml! Pauken« mit Freuden und mit Geigen."
1 Sam. 18, S.
„Du hast mir meine Klage verwandelt in cinen Rei
g«ri."—Psalm Ütl, 12.
„Sie sollen loben seinen Namen im R eigen, mit
Pauken u. Harfen sollen fi« ihm spielen."—Psalm I4S,
Z.
„Alsdann werden die Jungfrauen fröhlich am R e i
g , n sein,dapr die junge Mannschaft, und die Allen mit
einander."—JercmiaAl, 13.
„Gehet hin, und lauert in den Weinbergen. Wenn
ihr bann sehe», daß die Töchter Silo herau« mit Reigen
zum Tanze g hen, so fahret hervor au« den Weinbergen,
und nehme ein Jeglicher ihm ein Weib."—Richter 21,
20—21.
„lind David tanzte mit aller Macht ver dem Herrn,
her. lind da die Lade de« Herrn in die Stadt David«
kam, guckte Michal, die Tochter Saul«, durch da« Fen
ster, und sah den König David springen und tanzen
vor d,m Herrn, und verachtete ihn in ihrem Herzen."
2 Sam. 6,14.10.
„Wir haben nrch gepfiffen, und ihr wollte» nicht tan
zen." —Matth. 11, 17. '
„Aber der älteste Sohn war auf dem Felde, und al«
er nahe zum Hause kam, hörete er da« Gesänge und den
Reige n."—Luc. IS, 23.
(Dies ist au« der herrlichen Parabel vom verlornen
Sohn. Der frohe Vater, um den zurückgekehrten reu
miithigen Sehn zu bewillkommen und seine Dankbarkeit
gegen den auszudrücken, schlachte!« ein Kalb,
rief freudig sein« Freunde zusammen, und al« der älieste
Sohn vom Feld« kam, höret« er Musik und Tanz.)
» Ditst« Won (Reigen) möchte vielleicht Manchem
verständlicher sein, wenn er ,«lese: Reih« n»unz.
Der Räuber.
Unlängst stand ein Räuber mit geladener
Flinte in einem Gebüsche, am Wege der von
Galveston nach San Antonia (in Teras)
führt, und lauerte auf cinen reichen Frucht-
Händler. Der Fruchthändler kam und Halle
einen schweren Geldgurt um den Leib. Der
Räuber spannte den Hahn und ließ sich, um
sicherer zielen zu können, auf ein Knie nieder.
Allein er kniete auf eine Schlange, die im
dürren Laube versteckt war. Die ergrimmte
Schlange fuhr auf. siel ihn wüthend an und
der Schuß gieng fehl. Auf den Schuß und
daS Jammergeschrei dcs Räuber» sprang der
Fruchthändler hcrbci. Da sahe cr mit Ent
setzen, wie der unglückselige Mensch aus dem
Boden lag. wie die Schlange sich ihm um
Arm und HalS gewickelt halte und ihn mit
> gisligcn Bissen tödtete. „Ach," seufzte der
Sterbende. AIS erden Fruchthändlererblickte,
112 „mir geschieht es recht ! In eben dem Au>
genblickt, da ich Dir das Leben rauben woll
' te, komme ich selbst um.''
> Ost trifft den frechen Bösewicht,
, Gleich auf der That sein Strafgericht.
Kamecle für Oregon.
Wir meinen nicht dic vielen zweifüßigen
Kameele, die mit der Hoffnung, bald reich
zu werden, eine Wanderschaft nach dem gold
nen Paradiese angetreten haben, sondern die
> nützlichen Vierfüßler dieses Namens, be
kannt als die Schiffe der Sandwüste Saha
! ra. zu deren Einführung auS jenen brennend
, heißen SltppenMojor Webber in und um
Boston herum eine Kompagnie sammelt,
x Es sollen 166 Stück eingeführt und zur Zu
rücklegung des beschwerlichen Weges durch
die ungeheuern Wüsteneien und Gebirge, die
! zwischen unsern fernsten Grenzansiedlungen
und der Küste des stillen MeereS liegen, be
j nutzt werden. Major Webber, der mit dem
zu bereisrnden Länderstrich sehr gut vertraut
ist, giebt 26,666Tha1er aIS die hinreichend»
, Summe an. um damit di» sämmtlichen Jm>
portirungSkosten der zu diesem Versuche er-
I forderlichen Kameele zu decken.
Schmalz-Oel.
Man erwartet, daß in Cincinnati im lau»
, fcndcn Jahre 11 666,666 Pfund Schmalz
in Oel verwandelt werden. Etwas weniger
' aIS ein Drittheil davon wird Stearin wer
, den und der Rest Oel, etwa 26,666 Bärrel.
, ebenfalls in jener Stadt errichtet, welche sich
, damit beschäftigt da» Fett aus den übrigen
5 Theilen der Schweine zu ziehen und diese»
Jahr wahrscheinlich ihre Operationen auf
36,666 Schweine ausdehnen wird. Diese
Anstalt allein erwartet in dieser Jahrszeil
- 8 666,666 Pf. Schmalz zu gewinnen. 3,-
. 666,666 Pfd. Sperm wurden in diesen' Fa
briken in einem Jahre in Lichter und Seife
- verwandelt und sie können durch dqS ganze
Jahr täglich 666 Pfd. Lichter liefern. Die
> „Königin deS Westens" muß demnach das
schmierige Geschäft ziemlich stark treiben und
z! auch ohne Zweifel ihrt RtchsiUng dabcj sin
«den. .
ILU'Der Biß einer Spinne ist ostmalS
gefährlich. Sine sehr große, von blauer
Farbe, mit rothen Streifen, biß neulich ei
nen Herrn Lish, in Vernon, Indiana, wäh
rend er schlief. Die Folge war, daß er den
Gebrauch seines ArmeS verlor und mar
ternde Schmerzen in Rücken und Beinen
auszustehen hatte. Sein Arzt fand ihn wie
in dem letzten Zustande von Cholera und
rettete ihn nur durch Anwendung stimulir»»
der Mittel.
ZcK'Ein Brief von einem Goldgräber in
Californien meldet, daß er daselbst am Sa
cramento Fluß den berüchtigten R. M.
Grave» von Mississippi, welcher vor mehre
ren Jahren mit allem Inhalt der Schatz
kammer jeneS Staats davon lief, angetros
sen habe und daß er im Besitz einer unge
heuern Masse GoldeS sei. Graves versicher,
te den Correfpondenten, daß er beabsichtigte
nach feinem Staat zurück zu kehren und al
leS Geld welches er geraubt häbe wieder zu
erstatten.
HrA"Jn Columbia, Arkansas, fand am
27. Okt. zwischen zwei angesehenen Plan
tagenbesitzern NamenS Archibald Goodlow
und RomuluS Payne, die lange Freunde
und Rachbarn gewesen waren, wegen eineS
GeldonleihenS ein Kampf mit Pistolen
Statt, worin Goodlow auf der Stelle ge
lödlkt, unvPayne höchstwahrscheinlich tödt
lich verwundet wurde.
ZPF" Am Sonntag Abend ?<mr,n fünf
Burschen in das Gasthaus deS Hrn. Land
mann in Neuyork und verlangten Erfrisch
ungen. Nachdem sie dieselben erhalten hat
ten. wollten sie nicht dafür bezahlen, und
mißhandelten tffe Familie des Hrn. L., in
dem sie Tische und Stühle zerschlugen. Die
Polizei mußte gerufen werden weiden, und
verhaftete die Schuldigen.
Ein Duell mit Pistolen fand am
Samstag in St. Louis statt, zwischen zwei
Menschen (?) NamenS John Owen
und John Herr. Herr feuerte zuerst, aber
fehlte. Owen feuerte nun und schoß drei
Kugeln in Herr's Seite, waS demselben in
wenigen Minuten den Tod brachte. Owen
ist arretirt und eingesteckt.
ZPA" Charlotte McEaig, welche, wie wir
vor einiger Zeit ausführlich meldeten, in ei
ner Refektory in Philadelphia, LouiS Rod
tödtete,' indem sie ihn mit einem Messer
stach, ist am vorletzten Samstag de« Mor
deS im zweiten Grade schuldig befunden und
zu vierjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt
worden.
Einem Ivjährigen Negermädchen
wurde, etwa 5 Meilen von Forsyth, Geor
gien, durch einen Karrenzug der Kops bei
nahe vom Körper getrennt. Man fand sie
mit dem Kopfe über der Bahn liegend, aber
zu spät um das Ereigniß zu verhüten. Man
glaubt, sie habe sich mit SelbstmordSabsicht
dahin gelegt.
der Nacht des 2. Novbr. risse»
etwa 5(1 Sklaven von jedem Alter und Ge
schlechte, nebst Fuhrwerken, von Missouri
aus, und flüchteten über den Mississippi ;
aber am 3 Novbr. wurden sie eingeholt,
und nach einem verzweifelten Widerstand«
unv der Tödtung ihres Führers, gefangen
genommen.
St. Louis erhielt man am 29.
October 72 Tonnen Lecha Kohlen, welch,
von di,scm Staat auf d,m W,g, der Neu
yorker Canäle. den nördlichen LäkS, de« Il
linois und Michigan Canals und jdeS Jlli
noiS und Michigan CanalS und deS Jlli
noisflusse« dahin gebracht wurden.
ZtcK'Zu Cincinnati befindet sich ein l jäh
riger Hund, welcher der Tom Thumb der
..Bau wauS" fein soll; derselbe ist blos S
Zoll lang, 5 Zoll boch und wiegt 2 Psund
undl Unze. —Der ist seines Lebens sicher,
denn man könnte nur eine kleine Wurst aus
ihm machen !
Gebiet Minnesota begreift in
sich 36,666 Quadrotmeilen von den Litnde
reien, welche früher in dem alten Nordwest
lichen Gebiet cingeschlosscn waren, und 136,>
OVO Quadrotmeilen von dem alten französi
schen Gebiet von Ober Louisiana—Zusam
mcn, 166,666 Quadrotmeilen.
besinden sich fünf Mahlmühlen
in glücklicher Operation in und nahe bei der
Stadt Albany, wovon vier durch Wasser
und die andere mit Dampf getrieben wer
den. Eine jede hat vier paar Steine, und
verbrauchen jährlich 400,0V0 Büschel Wei-
.
Bangor Whig meldet, daß un
ter andern Vorboten eines strengen Win
ters, die Eichkörnchen in großen Zahlen süd
lich auswandern, welches man aIS ein Zei
chen betrachtet, daß der kommende Winter
strenger als gewöhnlich sein wird.
Massenversammlung der Mäs
siqkeitsföhne wuide am 24sten October zu
Macon, Georgien, gehalten, woselbst 890
Delegaten und Glieder gegenwärtig waren.
Mehrere Delegat,» kam,n ISO Meilen zu
Fuße, um der Versammlung beizuwohnen.
KcF'ES ist berechnet worden, daß bis
jetzt circa 46.666666 Fuß geschnittenes
Bauholz von den diesseitigen Staaten nach
Californien verschifft worden ist. Wenn an
1666 Fuß 56 Thaler verdient werden, so de
trägt der Gewinn 2 VW,OOO Thaler.
Neuyork stürzte ein OmnibuS
mit etwa 16 Personen, durch die Unackt
samkeit des Fuhrmannes, in einen tiefen
Graben, und mehre Passagiere wurden
schwer; wenn nicht gefährlich verletzt; ein
Kind wurde auf der Stelle getödtet.
LouiSville ist ein „Kind" von
DavicSCaunty angekommen, daSs66Psund
wiegt, dessen Taille 6 Fuß und Schenkel S'/,
Fuß Umfang hat. Dieser kleine Keytuckier
mißt 5 Fuß 6 Zoll und wird im Nodeoiber
14 Jahre alt.
AcA'Di, Tabacks Ernt, in Kentuifv ist
zu 68,666,666 Pfd. angeschlagen; in Vir
ginien zu 42 Mill. Pfd.; Tennessee zu 36
und eine halbe Mill.; Maryland zu 28
Mill.; Missouri zu 15 Mill.; Ohio neun
und eine halbe Million.
Ein am Samstag in St, LouiS
staitgcfundcncs Feuer zerstörte 13 Gcbäudc,
Mobile, Alabama, wurde kürz«
lich der Eckstein zu einer Baumwollcn-Fa
brik gelegt—ein Zeichen, daß der Süden im»
mer mehr an Fabrikwesen denkt, selbststän»
diger wird und nicht länger vom Auslande
abhängen will.
l9ten Oktober war der König
von Preußen 56 Jahre alt. an welchem Ta
ge zu Berlin eine große Festlichkeit durch
di« Beamten etc. stattfand, aber bei dem
Volk ließ sich nichtS von einem Enthusi
asmuS blicken.
Steamer Ohio, welcher Neu
Orleans am 31. Okt. verließ, bringt die Lei
chen des Generalmajor» Worth und des
Generals D u n c a n, welche auf Kosten
der Stadt Neuyork beerdigt werden sollen.
HLK'ES heißt, ein Bostoner habe einen
Hund nach Waschington gebracht, um da
selbst mir cincm andern Hund für eine Wet
te zu fechten.—Well, Duelle passen aller
dings besser für Hund, als für Menschen.
Tower AdamS und Uriah Hilton
wurden in Waschington County, Pa,, ar
retirt und zum Verhör überbunden, für die
Ermordung von I. Robinson, welcher vor
einigen Wochen daselbst erschossen wurde.
einer Wahl in der Berks Co.
Brigade am 4len Diese», wurde Richard
McMichacl aIS Brigade Inspektor erwählt.,
um die durch den Tod von ThoS. S. Löfer.
erledigte Stelle zu füllen.
HLK'Die Familie eineS Herrn Frost in
GallipoliS, Ohio, wurde kürzlich schnell
krank, indkm sie auS einem Geschirr gegessen
hatten, worin Rattengift gewesen war.—
Aerztliche Hülfe rettet, si,.
ALK'A nd i, L i,b st,.—Ein, Bostoner
Zritunq sagt, daß von 2666 Briefen, di,
durch Oifon Hyd,'S l,tzt,n U,b,rland-Er
pr,ss,n auS Californikn kamen, 1,566 an
Frauenzimmer addreßirt waren. /
KkS' Silvia Tory, eine farbig, Frau,
starb am Ist,n Di,s,S zu South Kingston,
R. 1.. im höh,« Alter von 112 Jahren. —
Ihr» jüngste Tochter, welche noch bei ihr
wohnte, ist 87 Jahre alt.
HeF" Ein vom Westen schreibender Siri
scher, indem er den großen Ueberfluß des!
Schweinenflcisches daselbst beschreibt, sagt :
„ Jede dritte Person die man hier antrifft,
ist ein Schwein !"
DaS Neunorker
wurde im Monat October 48 Mal zu Fcu.
cr gerufen, von welchen aber nur einmal ein
wesentlicher Verlust erlitten wurde, nämlich ,
16 Thaler.
junges Mädchen, I. McClay,
hat sich, nachdem sie durch eine unglückliche
Liebe tiefsinnig geworden, in voriger Wo
che, im Gehölz in der Nähe von SchippenS
bürg, erhcnkt.
HLK* Paul Nynary, der größte Ungar
nach Kossuih, ist arretirt und wird wahr
scheinlich sein Leben durch die Hände der
Oestreicher verlieren.
KcK'Die Frau von ZenaS W. Barker.
zu SanduSky. ?>hin. nnbm kürzlich im Irr
thurn eine Dosis Strychnine anstatt Mor
phine, welches ihren Tod herbeiführte.
HeA'Bei einer Lagerversammlung in Ohio
wurde der Bischoff der Afrikanisch Metho
disten Kirche erstochen, als er unter den An
wesenden Ordnung herstellen wollte.
Mäßigkeitsapostel Pater Ma.
thew hat sich von Hartford nach dem Suden
begebcn, um dort seiner Gesundheit wcgcn
dcn Winlcr über zuzubringen.
KcK'Als ein Geizhal» einem armen Ar
beirer drohte, er werde ihm Stockschläge ge
den, sagte dieser: „ Ich glaube Dir nicht,
denn Du gibst nie etwas!"
ALK'DaS Präsident,nhaus für die Auf
nähme von Besuchenden ist offen von 12
bis 2 Uhr auf Dienstags und Freitags, und
von 8 bis 16 Uhr auf Freitag AbendS.
dem „ Neu-England Chirurg!»
cal Journal" wird erzählt, daß ein Kind
durch die Anwendung von cincm Tropfcn
Laudanum vergiftet wurde.
wird vorgeschlagen anS Theilen
von Berks und Schuylkill ein neues Caun
ty zu sormiren und Hamburg zum Caunty
sitz zu machen.
Johnson, vom Durham
Collegium, behauptet, daß Haserbrod ein
Drittheil mehr Nahrung enthalte, aIS Wai'
zcnbrod.
ZPK» Der berühmte CirkuS-Hansivurst,
D a n R i c e, hat seinen CirkuS ausgege
ben und sich aus seine Bauer« nahe Alba
ny zurückgezogen.
HLK' Der Bridgelon (N. I.) Pioneer
zeigt unter dcn Sterbes.illen auch den Tod
einer allen Gans, in ihrem 23sten Lebens
jahr, an.
Obstzüchler in Vermont hielten
neulich eine Convention, wobei 66 verschie
dene Arten Aepfel ausgestellt waren.
ZcZt'O h i o.—Dic Mehrheit von den bis
jetzt eingegangenen Counries für eine neue
Konstitution beläuft sich auf 64,624.
Goldmine soll neulich im Ber»
ge Puna in Peru entdeckt worden sein, so
reichhaltig als die in Californien.
schätzt, daß wenigstens 36 bi»
56,666 Personen sich in den letzten 6 Wo»
chen in lowa niedergelaßen !
den Schülern der neuen me
dizinischen Schule zu Syracuse, Neuyork,
befinden sich drei Frauenzimmer.
St. Genevieve, Mo., ist die Cho
lera wieder ausgebrochen, und zwar ziem
lich stark und gefährlich.
Städtchen Lower SanduSky.
in Ohio, soll künftighin Freemont genannt
werden.
New Orleans trafen am 36 Okt.
976 Auswanderer ein, die meisten aus Bre
men kamen.
, Selig sind Solche, die nicht adver»
leisen, dcnn sie wndtN scltcn durch Kunden
gcplagt scir,.
Unterhaltung und Belehrung.
D^G«^sthöf^
Die große Stadt, genannt da« ..Leben."
Durchstreif ich schon so manche« Jahr ;
Da wird e« keinen Gasthof geben.
Wo ich nicht d'rin gewesen war.
Al« Jüngling, wohlgeiimih und heiter.
Hob' ich beim „F r » h fi n n" eingekehrt.
Und hab', die Freundschaft zum Negleiter,
So manche« Mä«chen dort geleert!
Mich zog darauf mit silßeir Zwange
Da« jnrle Schild „3 u r L i e b e" an,
» ANein e« währte gar nickt lange,
Al« mir bei ihr der Rausch zerrann.
lind so getäuscht, hab ich im Grimme
Mich dann aus « Neue aufgcrafft.
Da loclie eine fremde Summe,
Mich unverhofft zur „L eid e n 112 cha 112 t."
Ein heißer Trank durchdrang wie Feuer
Mir hier auf einmal Herz und Sinn,
Drum hab ich bald mich losgerissen
Und kehrte diauf zur „W a h r h e i t" ein.
Ich durste hier auf Gäste hoffen.
Da« mich auf « Neue weiter trieb,
Und sah zuletzt die Hoffnung schwinden.
Die mir auf Etwas Beß're« blieb.
Beim „Glück e" gab'« im tollen Streite
Der Gäste ein gewagte« Spiel,
Die,.HSu «lichkei t" ließ ich zur Seite.
Weil mir da« Einerlei »üsfiel.
Beim „Ehrgeiz" prahlten die Genossen
Mi» ihren Thaten gar zu laut.
Zum ~R u h nie" war da« Thor ve> schloffen.
Zur „Treu e" hat man erst gebaut.
Drum trieb e« mich in spätern Jahren
Nach jenem Ort zurilckzugeh'n,
Wo ich so manche« Gliick erfahren.
Und manchen frohen Tag ges.h'n.
Wie ander« doch hab ich'« gefunden,
Al« ich e« einsten« hier erkannt.
Da« Schld zur „Lieb e" war verschwunden.
Zur „Leidenschaf t" war'« abgebrannt!
Am Hau« ;ur ~Wahrhei r' war zu lesen.
Daß zum Berkauf die Sachen steh'n.
Und ivo's beim „Fr » hsin n" einst' gewesen,
Muß ich da« Schild zur „Sorg c" sehn'» !
Bei dieser zwingt'« mich jetzt zu bleiben.
Dann wend ich mich dem „Alle r" zu.
Und wird e« mich auch dort vertreiben.
So geh ich k raus zur „stillen Ruh! "
Vine merkwürdige Spielpartie
Gleich unsern alld,irischen Vorfahren, die
beim Spiel so leidenschaftlich werden konn
len, daß sie sogar das cins.tztcn waS für sie
mit Recht das Höchste war, —die Hieih.it,
gleich liefen sind auch die Indianer im
Leben, Ehre, Kind. Weib, Geld, alle Habe
ist schon oft auf ein, einzige Karle gesetzt
worden ; aber nachstehender Vorfall, dessen
Wahrheit verbürgt wird, übertrifft Alles,
waS jemals unter weißen Spielern vorge
kommen.
Wenn im fernen Westen, aus den San,
mclplätzen der Pelzhändler dic verschiedenen
Jirdianerstämme zusammengekommen, dann
vertreiben sie sich die Zeit mit Wettrennen,
Ballspiel, und namentlich auch mit dem so
genannten Handspiel. Bei diesem letz
teren hat jeder Spieler. —eS sind immer zwei,
—linen Pflaumen oder Kirschkern ; wer an
sängt, schüttelt denselben in beiden hohl auf
einander gelegten Handen, macht dies, Plötz
lich'auseinander und der Andre muß nun
rathrn, in welcher Hand sich der Kern befin
det. Erräth er, so gewinnt er nicht nur den
Einsatz seines Mitspielers sondern auch die
oft sehr beträchtlichen Wetten; crräih er
nicht, so, verliert er. Die Indianer geben
sich gerade diesem Spiele mit einer gren
zeitlosen Leidenschaft hin.
Ein Siour Indianer, der aIS Häuptling
Tantunganischa unter seinem Volke zugro
ßem Ruhme gelangte, war noch jung, aIS er
einen feindlichen Streifzug in S Land der
Krähen Indianer machte. Einst am Abend
gewahrte er an einer Quelle einen Krähen
Indianer, der Wasser schöpfte. Eben war
er im Begriff, ihn mit dem Pfeil zu durch,
boren, als er sich daran erinnerte, daß dic
Quelle eine geheiligte sein. Also machte er
dem Anderen ein Friedenszeichen, gingdreist
auf ihn zu, und Beide löschten in gutem
Einvernehmen ihren Durst. Bald darauf
zündeten sie ihre Pfeifen an, und waren, ehe
noch eine Stunde verfloß, in eifrigemHand
fpiel.
DaS Glück war dem Krähen Indianer
ungemein hold. Er gerrann nach und nach
dem Siour alle Pfeile ad, dann den Bogen,
die Streitart. einige Messer, Decke, Mokas.
sins, kurz alles, bis Tharunganischa dastand,
wie der liebe Göll ihn erschaffen hatte. Aber
er halte doch noch etwas auf's Spiel zu fetz
en,—fe ineSchäd e l h a u t. Der Geg.
ner nahm das Gebot an, gewann abermals,
und der Siour bückte sich ohne eine Miene
zu verziehen ; der Krähen-Indianer nahm
ebenso ruhig sein Messer, skalpirte den Geg
ner, und ging mit dem blutigen SiegSzeichen
von dannen. Vorher war ausgemacht wor
den, daß beide an einem festbestimmten Tage
sich an derselben Quelle wieder einfinden
wollten, um noch einmal das Glück zu ver
suchen.
Beide hielten Wort. Sie setzten sich aber
malS zum Spiel nieder, aber diesmal war
die Göttin des Zufalls dem Siour hold, j
Nun rupfteer seinerseits den And,rn, bis
dieser nackt war, wi, ein Hahn ; und da er
gleichfalls darauf bestand, auch um seine,
Schädclhaut zuspielen, so büßte er auch die- ,
se ein. Der Sieger gab sich alle Mühe, die,
Haut so regelrecht abzulösen, wie irgend
möglich.
Aber damit war die Sache noch nicht ab
gethan. Dem Krähen Indianer blieb noch
Ein», da» er gegen einen Kirschkern einzu
setzen haite.-se in Leben', tzr?frspiclie
auch diesmal. Da stieß der Sieker ihm das
Messer tief in die Brust, lud feine Beut, auf
und kehrte stotz heim in sein Dorf, Ivo man
den Krieger noch heute sehen kann, wie er
zwei Schädelhäute al» Zierralh am Ohr?
trägt, seine eigen». Vi« er im Spiel verlor,
und die de» Andern, welche « sammt der er«
stern im Kirschkernspiele wi»se»gewonnea!
(Au« der Neuyork DerNfchM Schnettpofl.)
Wortlaut de« gegen I»sas Shpistu« ge»
fproche»«« Todesurthell«,
Ich begleite den Abdruck de» wichtigsten
richterlichen Aktenstücke», welches in den An'
nalen der Menschheit verzeichnet ist —da»
gegen Jesus Christus gesprochene TodeSur«
theil—mit den Notizen, welche die Zeitschrift
~L e D r » r t" aufgenommen hatl und de
ren Kenntniß für jeden Christen von gleich
hohem Interesse sein muß; die Veröffentli
chung derselben durch deutsch» Blätter ist
mir nicht erinnerliche
DaS Urtheil läutet wörtlich: ..Urtheil»
gesprochen von Pontius Pilatus, Landpfle»
ger von Nikdkr-Galiiäa. dahin lautend, daß
Jtsus von Nazarrth den KreuzeStod erlei
den soll. Im siebenzehnten Jahre der Re
gierung des Kaisers TiberiuS, und am 25.
Tage des MonatS Merz, in der heiligen
Stadt Jerusalem, aIS AnnaS und CaiphaS
Priester und Opserpriester GotteS waren; —
Poniius Pilatus, Landpfleg» von Ni,d«r-
Galiläa, auf dem Presidial-Stuhle deS Prä»
torS sitzend, verurtheilt Jesum von Naza.
reih, an ,in,m Krruz, zwischrn zw,i
chcrn zu sterben, da die großen notorischen
Zeugnisse des Volkes aussagen: I) Jesu»
ist ein Verführer. 2) Er ist ein Aufwieg
ler. 3) Er ist ein Feind deS Gesetz,». 4>
Er n,nnt sich fälschlich GotteS Sohn. 5)
Er nennt sich falschlich König von Israel.
Er ist in den Tempel getreten voneiner Paj
mcn in den Händen Nagenden Menge
folgt. Befiehlt dem ersten Centurionen
(Hauptmann) QuiriluS Cornelius, ihn zun»
Richtplatze zu fuhren.—Verbietet allen ar»
men oder reichen Personen, den Tod Jesu
xu verhindern —Die Zeugen, welche dew
UxheilSspruch gegen JcsuS gezeichnet haben,
sind I) Daniel R-obanr, Pharisäer. ,2) Jo
hannes ZoroVatel. 3) Raphael Kobani.
4) Capet. Schristgelehrter.—JesuS wird
aus der Stadt Jerusalem durch da» Thor
Struenea geführt werden."
Dieses Urtheil ist in hebräischer Sprache
aus eine Erzxktte gravirt, an deren Seite
die Worte sich finden „ Eine gleiche Plat
te ist an jeden Stamm gesendet wo«<»en."
Dieselbe wurde im Jahre VW6 in der Statt«
Aquila, im Königreich Neapel, bei einer zur
Auffindung römischer Alterthümer veranstal»
,ret,n Nachgrabung vorgefunden, und späle»
von d,n Comriiissarien der Künste, die sich
im Gesolg, d,r französifchkn H,ere in Jta»
lirn befanden, entdeckt. Zur Zeit de» Feld
, zuges nach dem südlichen Italien wurde si?
in ,in,r Saciystey der in de?
Nähe von Neapel aufbewahrt, in einer
Büchse von Ebenholz v,»schlössen. Dies!»
Vase befindet' sich sritdem in der Capelle
ivon Caseiia. Die Cvrthäuser erlang«e«>
durch ihre Bitlen, daß die Platte chiren»
nicht weggenommen wurde, lediglich
! Ari,»k,nn,i»g d,r Aufvpferung, welt»', d»>.-
s,lb,n d,m französischen Heer, gebracht hat
ten. Die französische Uebersetzung ist woit
getreu von Mitgliedern der Cvmmißion der
Künste besdrgr. Dennon ließ eine gleiche
Platte anfertigen, auf- wolche da» Urtbeil»
gravirt ist ; dieselbe wurde bei dem Ver.
kaufe seines Cabinets von Loid Howard für
2896 Franken eingekauft. Ein historischer
Zweifel über die Aechtkeit scheint hiernach
nicht obzuwalten ; dic Motive de» Urtheil»
stimmin »brrdieS im Weseiulichcn mir den»
Evangelium übercin. Dr. ThcSmar.
N 5» e m b e r
Verstegan sagt, daß dieser Monat von»
den alten Sachsen Windmonat genannr
wurde, wegen den während dieser JahrSzei»
herrschenden hohen Winden, w,ßw,g,n,S
auch sür die Seeleutr gebräuchlich war von»
Seesahren abzustehen, bis ihnen der ver
sprechende März gut, und glückliche Fahr
ten verhieß. B>i den Römern war Nov»m>
ber der neunte von den zehn Monaten,
che daS romulisch» J»hr ausmachten; aber
nach der Verbesserung deS CalenderÄ durch
Numa PompiliuS ihrcn zweiten König, wisl
chcr zu dcn zehn romulischen noch die Mo
nate Januar unv Februar hinzusetzte, wo
durch daS Jahr zwölf Monate erhielt, war
Noocmbcr dann der elfte wie er heute
noch ist.—Bis zum 22sten dieses Monats
befindet sich die Sonne im Zeichen de»
Skorpions.
Dieser Monat giebt «n» sttten and,r»
Wetter aIS solches, das b,rechn,t ist Er
schlaffung und Niedorgefchlagknhttl d,r
bcnSgcistcr hervorzubringen 5 stme Morg«»
und Abende sind in dicke unS schauerliche
Neb,! gehüllt, von so undurckdsjnglichnr
Natur, daß sie oft bi» gegen die Mlll» »«»
Tage» den Durchdrang der »»«ärmenden
Sonnenstrahlen Trotz bieten: und nebst dem
finstern Mantel der un» da» verringerte Ta.
ge»ljcht noch veikürzt, bietet sich dem Auge
deS Wanderers durch die grüngewefenen
Felder während diesem Trauernronat noch
manche unangenehme Scene dar, indem er
überall nur Absterbung, Tod und Verwit
terung findet, was ihn unwillkührlich ver
lcitct die öde Natur zu verlassen und nach
der Heimath umzukehren, um in dem trau
ten und angcn,bm,n Familienjirkel den
traurigen Eindruck zu vergeßen.
Sine Kur für Aaulbsit.
Die Holländer haben eine sonderbare Ein»
»jchiung Personen die nur au» Faulheit den
Armenpflegern zur Last fallen, zu bestraf,«,
Si, b,f,ftig,n di,s,lb, in,in,Cist,rne. Lass,»
Wasser Wrch ,in Rohr hinein lausen. Das.
selbe kommt gerade so schnell hinrin, daß der
Faullenzer dasselbe mit einer Pump», wenn
!er fleißig arbeitet, schnell genug hinauspum
!pen kann um dem Ertrinken zu entgehen.
Der Nar r.—Durch sechs Eigenschaf.
ten erkennt man einen Narren: Aerger oh
ne Ursache—Reden ohne
ohne Grund —Fragen ohne Zweck —Ver-
trauen in einen Fremden und Unvermögen
einen Freund von einem Feinde zu ums?»
scheiden.